Reizblase – Was tun bei überaktiver Blase?

Die Reizblase, auch hyperaktive Blase genannt, bezeichnet eine Störung der Blasenentleerung. Betroffene leiden unter häufigem Harndrang. Dieser Entleerungsreiz ist in vielen Fällen so stark, dass er zum unwillkürlichen Harnverlust führt, der Harninkontinenz.

Reizblase

Die Reizblase – Ursachen, Symptome und Behandlung

Definition der Reizblase

Die als Sammelbecken fungierende dehnbare Harnblase nimmt den gefilterten Urin der Harnleiter und Nieren auf. Ein gesundes Organ kann bis zu 500 Milliliter aufnehmen, ab etwa 300 Milliliter gibt es ein Signal an das Gehirn.




Während des Urinierens zieht sich die muskulöse Blasenwand zusammen und befördert so das Abfallprodukt aus dem Körper. Bei der als funktionelle Störung bezeichneten Reizblase besteht der Harndrang wesentlich häufiger als körperlich notwendig wäre. Beim Toilettengang werden lediglich geringe Urinmengen ausgeschieden. Die Reizblase tritt unabhängig vom Alter auf. Jedoch nimmt die Häufigkeit der Störung mit den Lebensjahren zu. Häufig leiden vermehrt Frauen unter der Blasenfunktionsstörung.

 

Ursachen

Urologen unterscheiden die primäre und die sekundäre Form der Reizblase. Die Ursachen der häufiger vorkommenden primären Reizblase sind noch nicht ausreichend geklärt. Fest steht jedoch, dass sich die Blasenwandmuskulatur zusammenzieht, obwohl die Füllgrenze der Harnblase noch nicht erreicht ist. Das Gehirn bekommt demzufolge durch einen fehlerhaften Nervenimpuls die Information zur Blasenentleerung. Hierbei scheint die Harnblase besonders sensibel sowie reizüberflutet zu sein und löst deshalb den Harndrang verfrüht aus.

Hingegen gilt bei der sekundären Reizblase eine Grunderkrankung als Ursache. Dazu zählen beispielsweise verschiedene psychische Faktoren, (chronische) Entzündungen von Harnröhre oder Harnblase, Blasensenkung, neurologische Erkrankungen, Tumorleiden, Bestrahlung im Rahmen einer Krebstherapie, Östrogenmangel (Menopause), vergrößerte Prostata, Medikamentennebenwirkungen oder Fremdkörper in den harnableitenden Organen.

 

Symptome und mögliche Anzeichen

Die Krankheitszeichen der Reizblase ähneln den Symptomen eines bakteriellen Harnweginfektes. Ständiger Harndrang, auch nachts, ist das Hauptsymptom des Leidens. Dabei setzt der Entleerungsreiz sehr plötzlich, beinahe überfallartig ein. Infolgedessen geht der Urin oftmals unfreiwillig ab. Diese Form der Inkontinenz bezeichnen Mediziner als Dranginkontinenz. Häufig leiden Betroffene zusätzlich unter diffusen Empfindungen (Unterbauch-Syndrom).




Diese entstehen durch eine schmerzhafte Blasenverkrampfung während der Urinabgabe. Nicht selten kommt es ergänzend zu einem unangenehmen Nachtröpfeln des Urins. Die Symptomatik führt zu einer drastischen Einschränkung der Lebensqualität sowie erheblichen Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit.

 

Therapie bei der Reizblase

Ist die sekundäre Form Auslöser der Reizblase, konzentriert sich die Therapie auf die autonome Erkrankung. Die Behandlung der primären Form zielt auf eine symptomatische Therapie ab, also Minderung der Beschwerden.

Häufig ist eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme Verursacher der Reizblase. In der Hoffnung, den unkontrollierbaren Urinabgang und den häufigen Toilettengang zu minimieren, reduzieren viele Betroffene ihre Trinkmenge. Doch diese Maßnahme wirkt eher gegenteilig. Durch die geringe Flüssigkeitsmenge und die nicht mehr vollständig gefüllte Blase wird die Muskelschicht der Blasenwand nicht mehr ausreichend trainiert.

Dadurch sinkt das Fassungsvermögen der Harnblase, das Problem verschlimmert sich demzufolge weiter. Außerdem reizt der durch den Flüssigkeitsmangel konzentrierte Harn die Blasenwandmuskeln nachteilig. Zur grundsätzlichen Therapie gehört also die Aufnahme einer ausreichenden Flüssigkeitsmenge. Therapiewirksam sind auch freiverkäufliche Medikamente *.




Die rezeptfreien Präparate besitzen effektive Wirkmechanismen. Zu den Inhaltsstoffen zählen beispielsweise Echte Goldrute, Arzneikürbis, Hopfen und Gewürzsumach. Bei minimal ausgeprägten Störungen ist ein Blasentraining oftmals erfolgreich. Hierbei führt der/die Betroffene den Toilettengang regelmäßig und zu einer festgelegten Zeit aus. Die dazwischenliegende Zeitspanne wird langsam hinausgezögert. Effektive konservative Maßnahmen lassen sich parallel durchführen.

Dazu gehören Beckenboden– und Biofeedback-Training unter physiotherapeutischer Anleitung. Weiterhin gibt es hochwirksame Arzneimittel, die die Harnblase entspannen. Zur ärztlich verordneten Standardtherapie gehören sogenannte Anticholinergika. Sie dämpfen die Erregbarkeit und stabilisieren die Blasenmuskulatur. Der Harndrang nimmt ab, ebenso wie die Toilettenganghäufigkeit. Das Füllvolumen der Harnblase normalisiert sich wieder.

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