Biofeedback zur Harn- und Stuhlinkontinenzbehandlung

Eine Therapiemethode gegen Inkontinenz ohne Medikamente, ohne Nebenwirkungen, mit vergleichbar guten Erfolgsaussichten, geringen Kosten und ohne Operation – das ist Biofeedback.

Biofeedback

Biofeedback bei Inkontinenz

Was zunächst möglicherweise etwas unglaubwürdig oder gar esoterisch wirkt, beruht auf handfesten Fakten. Biofeedback wird seit den siebziger Jahren erfolgreich angewendet. Funktionen des Körpers, die sonst weitgehend unbewusst ablaufen, werden hör- und sichtbar und so der Kontrolle des Patienten zugänglich gemacht.




Wie funktioniert Biofeedback?

Bei vielen Formen der Harn- oder Stuhlinkontinenz liegt eine der Ursachen darin, dass der Patient oder die Patientin eine zu schwache Beckenbodenmuskulatur hat. Beispielsweise durch Geburten oder Hormonumstellungen (z. B. in den Wechseljahren) kann der Beckenboden im Laufe der Jahre erschlaffen.

Wie alle Muskeln lassen sich zwar auch die Schließmuskeln des Afters und der Blase kräftigen, wodurch sich ihre Funktionstüchtigkeit wieder bessert. Doch um die Beckenbodenmuskulatur gezielt trainieren zu können, müssen viele Patienten sie zunächst überhaupt wahrnehmen lernen.

Schließlich arbeiten die Schließmuskeln in der Regel weitgehend unbewusst. Hier knüpft die Therapie an. Eine Sonde wird in den After beziehungsweise die Scheide eingeführt.

Wenn dort ein Muskel angespannt wird, nimmt die Sonde dies als kleinen elektrischen Impuls auf. Der Impuls wird in ein visuelles oder akustisches Signal umgewandelt. Die Patienten hören also einen Ton oder können auf einer Skala ablesen, wie stark sie die Beckenbodenmuskulatur angespannt haben. So entwickeln die Patienten nach und nach ein immer besseres Gefühl für die Beckenbodenmuskulatur.

  • nachhaltige Therapie, die dauerhafte Besserung bringt
  • Komplett frei von Nebenwirkungen
  • Biofeedback bietet ausgezeichnete Erfolgsaussichten


 

Wie wird diese Behandlung angewendet?

Biofeedback wird in mindestens sechs bis zehn Therapiesitzungen unter fachlicher Anleitung erlernt. Physiotherapeuten, die mit dieser Methode arbeiten, benötigen eine spezielle Fortbildung. Gemeinsam mit dem Therapeuten werden Übungen erarbeitet, die dem Patienten die Kontrolle über den Beckenboden so weit zurückgeben, dass er wieder kontinent wird. Das Therapiegerät zeigt schnell und zuverlässig an, ob die Übungen korrekt durchgeführt werden.




Zwischen den Therapiesitzungen übt der Patient täglich zu Hause, um die Muskeln weiter zu kräftigen. Bei der nächsten Sitzung sind häufig bereits Fortschritte in der Kontrolle über den Beckenboden feststellbar. Wer mit dieser Therapie Erfolge erzielt, kann ein Gerät für den Hausgebrauch erwerben, um auch zu Hause die Übungen durchführen zu können. Die Heimtrainer sind nicht sehr teuer.

 

Wie sind die Erfolgschancen?

Biofeedback ist vor allem hilfreich bei Harninkontinenz durch Stress, Mischinkontinenz und Stuhlinkontinenz.

Wichtig ist, dass Biofeedback für sich allein genommen noch nicht zu Erfolgen führt. Im Verbund mit anderen Maßnahmen wie Beckenbodengymnastik oder Krankengymnastik steigen aber die Erfolgsaussichten. Wenn die Übungen regelmäßig durchgeführt werden, liegt die Erfolgsaussicht bei etwa 70 bis 80 Prozent. Viele Inkontinenz-Patienten sind hoch motiviert und trainieren dementsprechend konsequent. Bei Erfolg können die ehemaligen Inkontinenz-Patienten schließlich auf alle Inkontinenz-Hilfsmittel verzichten und wieder ihr gewohntes Leben führen.




Ideal ist es vor allem für Stuhlinkontinenz-Patienten, wenn die Übungen mit Verhaltensänderungen wie Ernährungsumstellung und mehr Bewegung im Alltag kombiniert werden. Anders als etwa eine medikamentöse Behandlung ist Biofeedback frei von Nebenwirkungen. Daher eignet sich die Methode auch zur Vorbeugung von Inkontinenz, etwa bei Anzeichen einer Blasenschwäche.

Auch wenn sich nicht jede Inkontinenz mithilfe von Biofeedback beheben lässt – eine Besserung bringt das Training in jedem Fall. Schwerwiegendere Behandlungsmethoden wie z. B. ein chirurgischer Eingriff können gegebenenfalls später immer noch erfolgen.

 

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