Verschiedenen Formen der Harninkontinenz

Der vorliegende Artikel beschreibt die 6 Formen der Harninkontinenz:

  1. Die Belastungsinkontinenz
  2. Die Dranginkontinenz
  3. Die Misch-Harninkontinenz
  4. Die Überlaufinkontinenz
  5. Die Extraurethrale Inkontinenz
  6. Die Lach-Inkontinenz
Grafik Formen der Harninkontinenz nach Geschlecht

Formen der Harninkontinenz

Die Belastungsinkontinenz – Formen der Harninkontinenz

Von der Belastungsinkontinenz oder auch Stressinkontinenz, sind überwiegend Frauen betroffen, vereinzelt tritt diese Form aber auch bei Männern auf. Bei einer gesunden Blase erfolgt der Verschluss von der Blasenmuskulatur automatisch, wenn sich durch bestimmte Verhalten (Niesen, Lachen, Husten) der Innendruck im Bauchraum erhöht.




Liegt eine Belastungsinkontinenz vor, funktioniert dieser Reflex nicht mehr vollständig und es kommt zum Abgabe von kleinen Urinmengen. Gewöhnlich resultiert eine Belastungsinkontinenz auf einer Verlagerung der Blase, wie sie häufig durch Schwangerschaften verursacht wird. Lesen Sie mehr über die möglichen Ursachen der Harninkontinenz.

 

Maßnahmen gegen Belastungsinkontinenz

Die Behandlung hängt hier natürlich wieder primär von der Ursache ab. Ist eine Entbindung für diese Form der Inkontinenz verantwortlich sollte zunächst damit begonnen werden, die Beckenmuskulatur mit regelmäßigem Training zu stärken. Eine häufige Anwendung finden auch Elektrostimulationstherapien und das sog. Biofeedback.

Wenn bei äußeren Reizen mehr als nur ein paar Tröpfchen Harn abgehen, kann die Position der Blase auch operativ korrigiert werden. Weiter kann für diese Form der Inkontinenz auch ein unausgeglichener Hormonhaushalt verantwortlich sein, der mit entsprechenden Medikamenten behandelt wird.

Fettleibigkeit kann ebenfalls eine Verlagerung des Blasenapparates hervorrufen. Verschiwnden die überschüssigen Pfunde, verschwindet auch häufig die Kontinenzprobleme. Belastungsinkontinenz tritt bei Männern vornehmlich nach Operationen an Blase oder Prostata auf. In einigen Fällen schädigen derartige Eingriffe den Blasenschließmuskel. Auch in diesem Fall kann eine nachhaltige Stärkung der Beckenbodenmuskulatur Abhilfe schaffen.

Hinweis!
  • Wenn Sie niesen der husten müssen, drehen Sie Ihren Kopf dabei und spannen Ihre Beckenbodenmuskulatur an.
  • Stehen Sie bewusst auf. Das bedeutet langsam erheben, den Beckenboden anspannen und dabei ruhig ausatmen


 

Die Dranginkontinenz – Formen der Harninkontinenz

Die Dranginkontinenz führt zu ständigem Harndrang. Obwohl die Blase nicht vollständig gefüllt ist, verspürt der Patient einen unaufhörlichen Drang seine Blase zu entleeren. Schuld an dieser Situation können Erkrankungen des Blasenapparates, Abbau von Muskulatur und Schwächung des Bindegewebes durch Alterung oder neurologische Probleme sein.

 

Behandlungsansätze bei Dranginkontinenz.

Bei einer überaktiven Blase lassen sich Medikamente verabreichen, die den Harndrang regulieren. Teilweise hilft auch ein bewusstes Training der Blase, wobei der Harndrang eine bestimmte Zeit ignoriert wird, um so die Füllmenge der Blase bis zum erneuten Drang zu steigern. Wenn die Ursache eine Blasenentzündung ist wird Antibiotika verabreicht und ein Steinleiden kann operativ behoben werden. Neurologische Störungen sind sehr vielseitig und teilweise nicht zu beheben.

Hinweis!
Schränken Sie stark harntreibende Getränke ein, wie z. B. :

  • Kaffee
  • bestimmte Teesorten
  • Alkohol


 

Die Misch-Harninkontinenz – Formen der Harninkontinenz

Wie der Name schon suggeriert, besteht auch die Möglichkeit, dass beide genannten Formen der Harninkontinenz gemischt auftreten. Ein ständiger Harndrang mit gepaartem Urinverlust durch körperliche Belastung. Bei Frauen in den Wechseljahren tritt die Misch-Harninkontinenz vermehrt auf. Eine Umstellung des Hormonhaushaltes ist dafür verantwortlich. Therapeutisch finden bei dieser Variante demnach die bereits erwähnten Maßnahmen Anwendung.

 

Die Überlaufinkontinenz – Formen der Harninkontinenz

Die Überlaufinkontinenz tritt häufig bei Männern auf und äußert sich durch die Abgabe kleinster Urinmengen. Gründe für diese Form der Harninkontinenz können Verletzungen oder Vernarbungen im Unterleib sein, neurologische Störungen und am häufigsten verbreitet, eine vergrößerte Vorsteherdrüse, die auf die Harnröhre drückt.




Obwohl die Blase stark gefüllt ist, lässt sie sich nur teilweise entleeren oder es kommt eben zum sog. Überlauf, der Abgabe einer Tröpfchen Urin. In frühen Stadien der Prostatavergrößerung lassen sich Medikamente, teilweise auch homöophatische Heilmittel anwenden, später reicht dagegen nur eine Operation.

 

Die Extraurethrale Inkontinenz – Formen der Harninkontinenz

Die Extraurethrale Inkontinenz stellt die seltenste Form der Inkontinenz dar. Der Harn gelangt dabei außerhalb des Blasenapparates aus dem Körper. So können Urinabgänge aus Vagina oder After erfolgen. Ursachen können dabei Fisteln sein, die entzündliche Gangsysteme im Körper bilden. Weiterhin möglich sind Verletzungen durch Unfälle oder Operationen.

Die Extraurethrale Inkontinenz ist unbedingt und schnellstmöglich mit einem Arzt abzuklären.

 

Die Lach-Inkontinenz – Formen der Harninkontinenz

Lachinkontinenz ist eine weitere Sonderform der Harninkontinenz. Wie der Name schon suggeriert, sind Menschen, mit dieser Form der Blasenschwäche beim Lachen nicht in der Lage ihren Urin zurückzuhalten. Der Anzahl der Betroffenen liegt weitestgehend im Dunkeln, da medizinische Forschung in diesem Spektrum bisher nur unausreichend betrieben wurde.

Ein neurologischer Ansatz geht von bestimmten Fehlfunktionen innerhalb des Gehirns aus. Fest steht, dass die Lachinkontinenz bereits im frühen Kindesalter auftritt. Erfolgt keine zeitnahe Diagnose, ensteht in fortgeschrittenem Alter eine starke seelische Belastung. Die Symptomik der Lachinkontinenz besitzt eine deutliche Divergenz zu anderen Ausprägungen des Leidens. Typisch ist die komplette Blasenleerung beim Lachen.




Harndrang wird von Betroffenen vorher nicht wahrgenommen. Der Gesundheitszustand der Blase ist bei der Lachinkontinenz nicht beeinträchtigt. Bei anderen Formen der Inkontinenz, kann Lachen zwar auch der Grund für die Auslösung eines Reizes sein, der zum Abgang von Harn führt.

Eine vollständige Entleerung der Blase findet dort aber nicht statt und die Ursachen sind ebenfalls eher in einer Anomalie des Schließmuskels oder umliegender Organe zu begründet. Eine Behandlung ist einerseits durch die medikamentöse Therapie mit dem Wirkstoff Methylphenidat möglich. Das Medikament wirkt beruhigend auf den Harnreflex, bringt aber auch diverse Nebenwirkungen mit sich.

Schonender und ebenfalls erfolgversprechend ist die Methode der Physiotherapie. Durch Training des Beckenbodens werden Teilnehmer dazu in die Lage versetzt, ihre Muskulatur bewusst beim Lachen anzuspannen und so den unerwünschten Reiz zu unterbinden.

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