Ursachen von Stuhlinkontinenz und Behandlungsarten

Im Stuhlinkontinenz Einleitungsartikel wurden divergente Einteilungen der verschiedenen Schweregrade von Darmschwäche aufgezeigt. Der unfreiwillige Verlust von Stuhl oder Darmgasen kann dabei geringfügig und sporadisch sein oder so schwerwiegend, dass ein Leben ohne Hilfsmittel, wie Einlagen oder Windeln, nicht mehr möglich ist. Welche Ursachen von Stuhlinkontinenz gibt es?

Schema Stuhlinkontinenz

Schema: Magen und Darm

So verschieden die Formen der Harninkontinenz sein können, so unterschiedlich sind auch die Ursachen von Stuhlinkontinenz.

 

Ursachen von Stuhlinkontinenz

Bei den Ursachen von Stuhlinkontinenz unterscheidet man zwischen aktuten oder chronischen Problemen. Als akut kann z. B. ein lang anhaltender Durchfall bezeichnet werden. Dieser führt besonders durch äußere Einflüsse wie Husten oder Lachen zu ungewollten Ausscheidungen.




Betroffene sollten bei langanhaltendem Durchfall abklären lassen, ob nicht eine Lebensmittelallergie vorliegt. Immer mehr Menschen haben Probleme bei der Verdauung von Laktose, Fruktose oder Gluten. Auch das Gegenteil, also eine lang anhaltende Verstopfung, kann eine Stuhlinkontinenz auslösen. Der Darm steuert nämlich mit einer erhöhten Flüssigkeitsproduktion gegen die Verstopfung an. Weiter kann eine teilweise Stuhlinkontinenz durch ein Hämorrhoidalleiden IV Grades verursacht werden.

In diesem Stadium treten die Hämorrhoiden aus dem Anus hervor und verhindern so die korrekte Funktionsweise des Schließmuskels. Die chronischen Ursachen von Stuhlinkontinenz sind meistens auf eine Störung bzw. Schädigung des Kontinenzorgans zurückzuführen. Diese kann einerseits neurologischen Ursprungs sein oder aus operativen Eingriffen und damit verbundenen Verletzungen des Schließmuskels resultieren.

Eine neurologische Störung bedeutet, dass der Nervenimpuls aus dem Gehirn nicht an die ensprechende Stelle weitergeleitet wird. Bei Frauen kann auch eine schwere Geburt als Ursache von Stuhlinkontinenz genannt werden. Andere Krankheiten, wie Tumore oder chronische Entzündungen des Darmtraktes können den Mastdarm auch so nachhaltig schädigen, dass die Kontinenz einer Person beeinträchtigt wird. In höherem Alter resultiert die Stuhlinkontinenz sehr oft aus einer Altersdemenz.

 

Diagnosemöglichkeiten der Stuhlinkontinenz

Der Arzt hat in der Regel keine größeren Probleme die Ursachen der Stuhlinkontinenz zu diagnostizieren. Die Diagnosemöglichkeiten sind nicht kompliziert und allenfalls unangenehm, nicht schmerzhaft. Ähnlich wie bei der Harninkontinenz steht der Behandlung am häufigsten das Schamgefühl des Betroffenen im Wege. Menschen mit Inkontinenz versuchen sich oft über einen langen Zeitraum allein mit Ihrem Leiden zu arrangieren.




Diese Hürde gilt es zu überwinden und die Problematik diskret mit einem Arzt abzuklären, denn nur so kann eine Behandlung erfolgen. In einer ersten Pathogenese wird die Form der Stuhlinkontinenz abgeklärt und mögliche Vorerkrankungen besprochen.

Ursachen für häufigen Durchfall werden mit Allergietests untersucht und die nachgelagerte Sichtuntersuchung durch den Arzt bringt meistens schon Aufschluss über die Ursachen der Stuhlinkontinenz. Falls diese einfachen Diagnosemittel nicht ausreichen um den Ursprung der Erkrankung zu finden, ist auch eine endoskopische Untersuchung, sowie verschiedene bildgebende Verfahren denkbar.

Sakrale Nervenstimulation Darmschrittmacher

Abbildung: Sakrale Nervenstimulation (Darmschrittmacher)

Die Behandlung von Stuhlinkontinenz

Bei fast drei Viertel der Betroffenen führen nonoperative Therapiemaßnahmen zum Erfolg. Die medikamentöse Einstellung der Stuhlkonsistenz, Beckenbodentraining und begleitende therapeutische Maßnahmen führen zu dieser hohen Rate. Bei schwerwiegenderen Fällen helfen operative Eingriffe, die zur Widerherstellung des Schließmuskels oder Mastdarms dienen.

Während solche Operationen noch vor wenigen Jahren einen Enterostoma zur Folge hatten, setzt man heute vertärkt auf die Erhaltung und Widerherstellung des eigenen Darmausgangs.




Bei geschädigten Nervenverbindungen hat sich seit längerer Zeit die Sakrale Nervenstimulation bewährt, dabei wird ein Darmschrittmacher verpflanzt.