Therapeutisches Pessar – Arten und Anwendung von Pessaren bei Inkontinenz

Eine Inkontinenz kann viele Menschen betreffen. Heutzutage ist es immer noch ein Tabuthema und die wenigsten reden darüber. Man unterscheidet die Harninkontinenz und die Stuhlinkontinenz. Viele Patienten und Patientinnen, die an einer Harninkontinenz, also an einem unkontrollierten oder unwillkürlichen Harndrang leiden, schämen sich dafür und wissen nicht, wie sie ihre Beschwerden in den Griff bekommen. Das muss aber nicht sein! Ein Pessar kann hier die Lösung sein.

 

Was ist ein Pessar und warum wird es benötigt?

Ein Pessar ist ein therapeutisches Hilfsmittel, das bei verschiedenen Formen der Inkontinenz eingesetzt werden kann. Eine Inkontinenz kann sowohl Männer, als auch Frauen betreffen. Frauen leiden jedoch häufiger an einer Harninkontinenz. Die Gründe für eine Inkontinenz sind sehr unterschiedlich. Bei Frauen liegt meistens eine schwache oder geschwächte Beckenbodenmuskulatur vor.

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Bei den Männern liegt die Ursache oft bei der Prostata. Entweder führt eine Vergrößerung der Prostata zu einer Abflussbehinderung oder Schäden nach einer Operation an der Prostata können der Grund für die Blasenschwäche sein.

Viele Patienten und Patientinnen verspüren einen starken Leidensdruck und schämen sich für ihr Problem. Je schlimmer ihr Leidensdruck wird, desto seltener trauen sie sich außer Haus und unter Leute zu gehen, weil sie den Harndrang einfach nicht mehr unter Kontrolle haben. Die Lebensqualität sinkt dadurch enorm.

Dabei könnte den meisten von ihnen geholfen werden, wenn sie sich die richtige Hilfe holen. Für Männer wird von den Ärzten oft eine kombinierte Therapie von Blasentraining und Medikamenten empfohlen. Das Ziel ist die Blase zu entspannen und den Harndrang, sowie den unkontrollierten Harnverlust zu lindern. Für Frauen gibt es nicht nur Einlagen, die sie verwenden können, sondern andere therapeutische Hilfsmittel, nämlich die Pessare, die nun näher erläutert werden.

 

Für wen ist ein Pessar geeignet?

pessar bei inkontinenz

Ist ein Pessar hilfreich bei Harninkontinenz?

Ein Pessar wurde speziell für Frauen mit Inkontinenz entwickelt und kann hier Abhilfe verschaffen. Es ist ein gut geeignetes Hilfsmittel, da es durch die spezielle Form nicht nur den ungewollten Harnverlust kontrollieren kann, sondern auch verschiedene Grade einer Scheidensenkung und einer Gebärmuttersenkung therapieren kann.

Wenn ein Pessar bei Belastungsinkontinenz verwendet wird, hilft es der Patientin bei der Steigerung ihrer Lebensqualität, indem es die geschwächte Beckenbodenmuskulatur unterstützt. Gerade während einer körperlichen Anstrengung werden die geschwächte Beckenbodenmuskulatur und die Organe durch ein Pessar bestens gestützt.

Dadurch kann der ungewollte Harnverlust reduziert werden und die Lebensqualität wieder gesteigert werden. Für Frauen mit einer leichten Blasenschwäche ist also ein Pessar hervorragend geeignet.




Welche Pessare gibt es und wie werden sie verwendet?

Aufgrund der unterschiedlichen Einsatzgebiete gibt es ein Pessar in mehreren speziellen Formen und Größen. Pessare sehen aus wie Ringe, Schalen oder Würfel und bestehen aus diversen Materialien. Wichtig ist die Haut- und Körperverträglichkeit, daher bestehen diese Hilfsmittel normalerweise aus nichtallergenem Naturkautschuk, Silikon oder Kunststoff.

Ein Pessar wird normalerweise von der Patientin selbst in die Scheide eingeführt und so platziert, dass es den Organen den passenden zusätzlichen Halt bietet. Die Patientin entfernt ihr Pessar auch regelmäßig, um es zu reinigen.

Wenn man an Stressinkontinenz oder Belastungsinkontinenz leidet, wird meistens ein Ringpessar oder Urethralpessar empfohlen. Ein Ringpessar liegt unter dem Blasenhals und übt somit eine Stützfunktion aus. Es wird genau an die Patientin angepasst und alle sechs bis acht Wochen gewechselt. Während dieser Zeit wird es dauerhaft getragen.

Bei einem überdehntem Beckenboden können Würfelpessare helfen, da diese gut an der Scheidenhaut haften. Diese Pessare haben einen Rückholfaden, um sie leichter zu entfernen. Ein Würfelpessar wird tageweise getragen. Es wird also für gewöhnlich in der Früh von der Patientin selbst eingesetzt und am Abend entfernt und gereinigt.

Nicht immer ist ein Pessar die optimale Lösung, aber für viele Frauen, die an einer Harninkontinenz leiden, kann es sehr hilfreich sein und das Leben auf einfache Art und Weise wieder lebenswert machen.